Klimawandelanpassung: Tirol im Fokus

03.07.2025

Österreichweiter KLAR!-Jahreskongress mit 80 TeilnehmerInnen im Stanzertal

Große Freude herrscht in Tirols zehn KLAR!-Regionen: Die Hauptveranstaltung der Klimawandelanpassungs-Modellregionen (KLAR!) fürganz Österreich – der sogenannte Jahreskongress – fand kürzlich zum ersten Mal in Tirol statt. Gastgeber war die KLAR! Arlberg Stan-zertal mit ihren vier Mitgliedgemeinden Flirsch, Pettneu am Arlberg, St. Anton am Arlberg und Strengen. Über 80 KLAR!-ManagerInnenaus allen Bundesländern sowie VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Tourismus und von regionalen Initiativen kamennach Pettneu am Arlberg (Bezirk Landeck), um sich auszutauschen und fortzubilden. Auch Tirols Klimaschutzlandesrat
RenéZumtobel
freut sich über dieses starke Zeichen für Tirol: „Österreichweit gibt es derzeit 93 KLAR!-Regionen mit insgesamt 743 Gemein-den. Dass der heurige Jahreskongress in Pettneu am Arlberg stattfand, ist Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit der vier Ge-meinden im Stanzertal und unterstreicht auch die Rolle des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg als aktiver Partner im BereichNachhaltigkeit und Klimawandelanpassung. Alle zehn derzeit aktiven KLAR!-Regionen in Tirol leisten hervorragende Arbeit und könneninteressante und innovative Projekte vorweisen.“

Zwei wichtige Auszeichnungen unterstreichen Tiroler Engagement
Im Rahmen des Kongresses wurden auch Auszeichnungen vergeben. Die Auszeichnung des „KLAR! Projekts des Jahres“ ging an „MitZiegen gegen Lawinen“ der KLAR! Kaunergrat, vertreten durch
Bernadette Hofer
. Dass durch Beweidung die Gefahr von Naturereignis-sen reduziert wird, ist bekannt. Genau hier setzt das Projekt an. Tritt und Verbiss von Ziegen – bekanntermaßen gute Kletterer – ansteilen Bergfl anken tragen dazu bei, dass der Schnee im Winter an den Hängen anfrieren kann und somit weniger Lawinen ins Tal ab-gehen. Lawinen reißen auch Pfl anzen und Wurzeln mit sich, was wiederrum die Gefahr von Hangrutschungen im Sommer erhöht. Diegezielte Beweidung von steilen Hängen ist also Lawinen- und Hochwasserschutz im Kleinen. Auf der Verpeilalm im Kaunertal wurdenin den vergangenen beiden Sommern 20 Hektar Almfl äche von 46 Ziegen „bewirtschaftet“ und so die Vegetation am Hang Stück fürStück auf natürlichem Wege verändert. Das Projekt wird auch heuer fortgesetzt.

Tirolerin wird KLAR!-Managerin des Jahres
Zur Freude der Gastgeberregion Arlberg Stanzertal wurde Regionsmanagerin
Michaela Gasser-Mark
zur KLAR!-Managerin des Jahres2025 gekürt. Gasser-Mark war bis 2022 Geschäftsführerin des TVB Kaunertal, wo sie bereits aktiv an zahlreichen Projekten der KLAR! Kaunergrat mitgearbeitet hat. Ihre Erfahrung als engagierte und gut vernetzte Fachfrau kann sie auch in die erfolgreiche Arbeit derKLAR! Arlberg Stanzertal einfl ießen lassen. Klimaschutzlandesrat Zumtobel gratulierte im Rahmen des Jahreskongresses Gasser-Markpersönlich zu dieser besonderen Auszeichnung.
Der aktuelle Klimastatusbericht für Österreich beschäftigte alle Anwesenden bei der zweitägigen Veranstaltung. Dieser zeichnet einJahr der Extreme nach – das wärmste Jahr seit Beginn der Messgeschichte, die längsten Hitzeperioden, die meisten Tropennächte. Wiein den vergangenen Tagen im Gschnitz- und Stubaital wieder sichtbar, führten auch im vergangenen Jahr enorme Niederschlagsmen-gen zu zahlreichen Überfl utungen und Schäden.
LR
Zumtobel betont: „Die KLAR!-Regionen sind mit ihren Projekten nah bei den Men-schen. Dabei wird sichtbar, wie es möglich ist, sich mit konkreten Maßnahmen an den Klimawandel anzupassen und das Klima zuschützen. Der langjährige Vergleich und die aktuellen Wetterextreme führen uns unmissverständlich vor Augen, dass wir vor großenHerausforderungen stehen und wir gemeinsam handeln müssen.“

Klimafitte Alm, Bergwald und Wildökologie im Fokus
Inhaltlich widmete sich der Kongress den Themen „klimafi tte Alm“, „klimafi tter Bergwald“ sowie dem Einfl uss von Wild und Jagd. Ex-kursionen führten beispielsweise zur Nessleralm, wo das Renaturierungsprojekt „Hirschenbad“ vorgestellt wurde. Außerdem beschäf-tigten sich die TeilnehmerInnen mit der klimaangepassten Bewirtschaftung im Almgebiet. Auch die Herausforderungen bei der Auff ors-tung eines klimafi tten Schutzwalds wurden direkt im Wald thematisiert.

Quelle: Land Tirol