Bauen & Mobilität
06.11.2025
Von der Schulstraße zu neuen Haltestellen – Prutz setzt auf aktive Mobilität
Im Rahmen des Klimastammtisches der KLAR! Kaunergrat wurde am 6. November das neue Mobilitätskonzept der Gemeinde Prutz vorgestellt. Unter dem Motto „Sanieren & Mobilität“ standen dabei zwei zentrale Zukunftsthemen im Mittelpunkt: das klimafitte Sanieren von Gebäuden und die nachhaltige Verkehrsentwicklung im Dorf.
Nach einem fachlichen Input der Energieagentur Tirol zum energieeffizienten Bauen und Sanieren präsentierten Bürgermeister Heinz Kofler, KLAR!-Managerin und E5-Teamleiterin Bernadette Hofer sowie die Mobilitätskoordinatorin des Bezirks Landeck Michaela Gasser-Mark gemeinsam mit Mobilitätsexperten das neue Konzept für eine multimodale Mobilität in Prutz.
Den Anstoß gab ein Wunsch aus der Bevölkerung: Während des Baus der Unterflurtrasse wurde der öffentliche Verkehr vorübergehend durch das Dorf geführt – und fand großen Zuspruch. Viele Prutzer:innen wünschten sich daraufhin eine dauerhafte Busverbindung durchs Ortszentrum. Bürgermeister Heinz Kofler nahm dieses Anliegen auf und ließ gemeinsam mit Fachleuten ein umfassendes Konzept erarbeiten.
„Unser Ziel ist es, den PKW-Verkehr einzudämmen und den aktiven Verkehr – also Gehen und Radfahren – zu fördern. Mit dem neuen Konzept schaffen wir die Grundlage, um bis 2026 Buslinien mit neuen Haltestellen durchs Dorf zu führen und den öffentlichen Verkehr deutlich attraktiver zu machen.“, betonte Bürgermeister Heinz Kofler.
Das Konzept sieht unter anderem neue Bushaltestellen im Ortszentrum, beim Arzthaus sowie im Bereich M-Preis/Hofer vor, deren Ausführung sich – wo möglich – am bereits umgesetzten Konzept in Ried orientieren wird. Gleichzeitig soll das Radverkehrsnetz im Dorf deutlich verbessert werden – mit klarer Beschilderung, Querungshilfen und sicher gestalteten Verbindungen. Auch für Fußgänger:innen steht die Verkehrssicherheit im Fokus: Verkehrsberuhigende Maßnahmen wie die bereits erfolgreich laufende Schulstraße sollen künftig an weiteren Punkten im Dorf umgesetzt werden.
Für KLAR!-Managerin Bernadette Hofer ist ein gutes Radnetz ein entscheidender Baustein der Mobilitätswende: „Viele Menschen würden gerne öfter das Rad nutzen – wenn die Infrastruktur passt. Unser Ziel ist es, genau diese Voraussetzungen zu schaffen, um so unserer Gemeinde noch lebenswerter zu gestalten.“
Michaela Gasser-Mark, Mobilitätskoordinatorin im Bezirk Landeck, sieht in der Initiative der Gemeinde einen wichtigen Impuls: „Wenn Gemeinden wie Prutz aktiv werden, können wir sie mit Fachwissen und gezielten Maßnahmen optimal unterstützen. Entscheidend ist, dass wir in Zukunft die Prioritäten in der Verkehrsplanung neu denken – zuerst Fußgänger:innen, Radfahrende und öffentlicher Verkehr, dann erst kommt der motorisierte Individualverkehr.“
Mit dem neuen Mobilitätskonzept will Prutz die vorgeschlagenen Maßnahmen schrittweise umsetzen und setzt einen wichtigen Schritt hin zu einer sicheren, klimafreundlichen und lebenswerten Dorfmobilität. Dieses Projekt wurde über RegioL aus Mitteln des Förderprogrammes LEADER gefördert.